Den Weg zur Kunst hat Michael Senft nicht auf direktem Pfad genommen. Bevor 1995 der erste Holzschnitt entstand, lagen Jahre als Pädagoge, als Gastwirt im Münstertal und als Begleiter in der Erwachsenenbildung — Stationen, in denen das Schauen, Zuhören und das Gesprür für Material längst angelegt waren.
Über zwei Jahrzehnte hat er in der Holzschnittklasse der Europäischen Kunstakademie Trier und der Kunstakademie Bad Rotenfels gearbeitet und gelernt. Was er dort über das Material gelernt hat, gibt er bis heute weiter — an Volkshochschulen, in Seminaren, im eigenen Atelier.
Sein Grundgedanke ist die Verwandlung: aus einem abgebrochenen Ast wird eine Figur, aus einem Druckstock ein Bote, aus einem Fundstück eine Geschichte. Was zufällig daliegt, bekommt im Atelier eine zweite Form.